Aktuelle Berichte zum Thema Hochspannungsleitungen:
Unser BI Mitglied Wolfgang Bolm hat im November 2011 an der Tagung "Nadelöhr der Energiewende" in Loccum teilgenommen.

Eine Übersicht über diese Veranstaltung finden Sie hier: 

 

Wolfgang Bolm hat über die Veranstaltung diesen  Bericht verfasst:

 Zunächst hat Herr Prof. Strunz, Techn. Uni Berlin, seine sehr ausführliche VDE-Studie über ein overlay- Netz vorgestellt.

sein Fazit:

  • Der Bürgerwiderstand macht für die Techniker eine umweltfreundliche Alternative denkbar: An den Autobahnen begehbare Tunnel für 300 KV Gleichstromleitungen von den norddeutschen Windparks nach Süden sind Stand der Technik, sofort machbar; die Kostenschätzung +350-400% für       Kabel gegenüber Freileitung berücksichtigt noch nicht, dass bei Massenfertigung die Kabel billiger werden.

mehr dazu hier:   (http://www.vde.com/de/InfoCenter/Seiten/Details.aspx?eslShopItemID=d5fef2e1-d1e6-4e07-b26d-0e26f8699416)

 

  • Hr. Schwarzenholz, Ref. Energiepolitik, Nds. Umwelt-Ministerium, hat berichtet, sie setzten sich für eine Verlängerung zweier Gleichstromkabel von den Nordsee-Offshore-Windparks bis in die südlichen Ballungzentren ein. Im Pausengespräch  sagte er mir, Wahle-Mecklar sei leider nötig, werde das Problem ( des nicht ableitbaren Windstroms) aber nur für ca. 4 Jahre lösen ! Überdies würden die geplanten Energiespeicher in Harzer Bergwerken 380-KV-Zuleitungen erfordern…


  •    Hr. Dipl.Ing. Siebels, Tennet-Netzplanung sagte in einer Pause auf Befragen: Natürlich  hätte Tenet schon jetzt HGÜ-Kabel an Land von Off-shore Windparks zu einer  zig. Km im Lande  (Diehle ?) befindl. Umrichterstation gebaut. Diese Kabel könnten technisch in den Süden verlängert werden, er fände das aber zu teuer..


  •   Referatsleiter Bourwieg , Bundesnetzagentur sagte,  die Kosten der Verkabelung seien weit höher als die von mir unter Berufung auf MP Wulff genannten 0,004  Cent/kWh und schickte dazu  sein Referat zum Thema: vgl. Anl.


  • Der Energie/Finanz-Gutachter Canty berichtete, die gesetzliche Eigenkapitalverzinsung für die Netzbetreiber von 8,2 % sei gegenüber der von 5 auf 2% gesunkenen Rendite der  Bundesanleihen von der Bundesnetzagentur als Vollkaskorendite bezeichnet worden.


  • Der Wirtsch.-Ing. Guss vom Saarbrücker  Institut f. Zukunfts EnergieSysteme: Die bisherigen Kostenvergleiche Kabel/ Freileitung  verglichen nur die Technik, nicht gesamtwirtschaftliche Kosten (Entwertung von Grundstücken, Einnahmen von Land-und Forstwirtsch., Tourismus, Gesundheit): Die seien schwer zu schätzen, eine solche gesamtwirtschaftliche Betrachtung hätte sich nicht durchgesetzt, es gäbe keine Studien.


Unter Loccum.de\Stromnetze soll das ausführliche Protokoll in einigen Wochen zugänglich sein.

Mein Fazit: Der Widerstand der Basis lohnt sich ungemein, die Feuer an der geplanten Trasse sind gesehen worden, Stuttgart21 lässt die Planer zusammenzucken. Wir wären sehr schlecht beraten, ausgerechnet jetzt nicht weiter zu drängen, dass unsere Interessen genauso berücksichtigt werden müssen, wie die der Finanziers !